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Geschichte der Radiologie

Ein kurzer Überblick

„Ach, wenn es doch ein Mittel gäbe, den Menschen durchsichtig zu machen wie eine Qualle!“ so träumt ein junger Landarzt in der Hoffnung um Bestätigung seiner Diagnose bei einem anspruchvollen Patienten. Den Wunsch kaum ausgesprochen erscheint dem Arzt die weibliche Lichtgestalt „Elektra“ und übergibt ihm „zum Heile der Menschheit“ eine Büchse, deren magisches Licht den Körper gänzlich durchsichtig macht. Mit dessen Hilfe kann die Diagnose geklärt werden und der junge Arzt erhält seine Anerkennung. Er erforscht und analysiert den Agens, stellt ihn künstlich her und übergibt ihn als Geschenk der gesamten Menschheit. „Eine neue glorreiche Zeit für uns Mediziner ist nun angebrochen.“

Das unter dem Pseudonym Philander von Ludwig Hopf 1892 publizierte medizinisch-diagnostische Märchen Elektra wurde nur drei Jahre später tatsächlich zur Realität. Am 8. November 1895 entdeckte der in Lennep geborene Physiker Wilhelm Conrad Röntgen bei seinen Forschungen zu elektrischen Entladungen in verdünnten Gasen eine den Physikern bis dato unbekannte Sorte sehr durchdringungsfähiger unsichtbarer Strahlung.

Die Medizin wurde durch das neue diagnostische Mittel revolutioniert und es gelang den menschlichen Körper unblutig zu öffnen und der Erforschung der Anatomie und der Funktion lebender Organe zugänglich zu machen. Ein Sturm der Begeisterung brach los und euphorisch wurde das neue Zeitalter der Medizin gefeiert.

Zuerst gelang es den Ärzten, in zeitweise langwierigen Durchleuchtungsuntersuchungen, insbesondere Frakturen, Fremdkörper und Veränderungen des Skeletts zu diagnostizieren. Die Aufklärung aller Pathologien blieb ihnen jedoch vorerst noch verborgen. So mussten für die Untersuchung von Organen zuerst die technischen und methodischen Voraussetzungen geschaffen werden.

Neue Untersuchungsmethoden mussten erdacht werden, und häufig stellte sich die Frage nach der Identifizierung und Begründung des diagnostischen Befundes. Röntgenwissenschaft wurde zur Empirie. Röntgenärzte mussten zuerst lernen, ihre Röntgenbilder auch richtig zu lesen und medizinisch zu deuten.

Im weiteren Fokus stand die Verbesserung der Röntgenröhren und -apparate zur Erzeugung intensiverer Röntgenstrahlung und zur Reduktion der langen Belichtungszeiten.

Moderne Radiologie bedient sich heute hochspezieller Verfahren. Bildgebende Verfahren wie Computertomographie, Magnetresonanztomographie, Positronenemissionstomographie und Sonographie ermöglichen heute neue Dimensionen der Diagnostik bis hin zur molekularen Bildgebung.

Bitte finden Sie im Bereich Extras/Download Informationen zur Entwicklung der diagnostischen Radiologie (100 Jahre Diagnostische Radiologie) und der Strahlentherapie (100 Jahre Strahlentherapie)